Hallo,
also das Vorgehen mancher Werkstätten ist echt erschütternd...an jedem Sinn und jeder Kundenorientierung vorbei. Yugo24 und the-engine-er haben schon sehr gut umrissen, was denn geprüft werden sollte. Wenn ich lese, was alles einfach auf Verdacht getauscht wurde, wird das eine Endlosschleife...
Der AGB öffnet sein Überdruckventil bei 1,6bar rel.. Damit das passiert, muss entweder das Kühlmittel über ca. 125°C am Hauptwasserkühleraustritt oder 150°C am Zylinderkopf sein, oder aber von außerhalb Druckauf das System gegeben werden. Folglich würde ich so vorgehen:
AGB abstecken und mit Druckluft prüfen, ob das Ventil korrekt arbeitet. Ist AGB in Ordnung, kann man ihn wieder anstecken und eine Entlüftungsleitung am Kopf öffnen und dort das gesamte System mit Druckluft beaufschlagen. Wenn der relative Druck bleibt oder nur 1,6bar erreicht, weil der AGB auf macht, ist das Kühlsystem als solches dicht. Der Vorgang ist einfach und schnell erledigt. Genauso die Prüfung des Kühlmittels auf Abgase. Erst wenn das passt, kann man die Zylinderkopfdichtung ausschließen, vorher faktisch nicht (da bringen auch Vermutungen nichts, wenn das schon der vierte ratlose Werkstattbesuch ist...🙄). Da nur Abgase und Öl einen höheren Druck im Motor haben (Kraftstoff und Klima nehme ich mal aus, weil keine Nähe zum Kühlmittel 😉), kommt also der Ölkühler ins Spiel. Hier sollte aber anhand des Zustands des Kühlmittels eigentlich schnell klar sein, ob ein Defekt vorliegt (Öl im Kühlmittel). Alternativ: Manometer auf den AGB, Öldruck über OBD auslesen oder direkt am Ölfilter messen und mit Schalten der Öldruckstufen sollte sich im Kühlkreislauf nichts bewegen. Erst wenn die Dichtheit der Systeme bestätigt ist, kommt nur noch eine Überhitzung ins Spiel. Hier ist zu klären, ob das System überhaupt korrekt befüllt und entlüftet ist (wurde auf 150mbar evakuiert oder nur mit der Kanne aufgefüllt ohne die Entlüftungsroutine?). Zudem müsste für eine Überhitzung die Kühlmittelpumpe sich nicht drehen, der Kühlmittelfluss behindert oder ein Ventil inkorrekt arbeiten. Also ist das als nächstes zu prüfen. Da das Thermomanagement aber auf derartige Fehler vorbereitet ist, bei dir aber nicht anschlägt, würde ich erstmal alle beteiligten Komponenten am Kabelbaum durchmessen, ob denn die Signale und Spannungen passen. Sieht das gut aus, geht es daran, die Steuerelemente zu überprüfen (bewegt sich der Topf der Kühlmittelpumpe, gibt das Absperrventil frei, arbeitet das Thermostat korrekt oder blockiert eine Umwälzpumpe). Der Aufmerksame Leser wird festgetellt haben, das bis hierher eine gute Werkstatt keine 3h und 0€ für Ersatzteile benötigt.
Erst wenn auch hier keine Fehler vorliegen, kann sich im Kühlkreislauf eine Blockade gebildet haben, die man mit zusätzlichen Druck- und Temperatursensoren suchen muss. Das dauert dann schon länger, vielleicht einen ganzen Tag, aber so findet man wenigsten die Ursache, in welchem Bauteil der Fluss behindert wird.
Alles, was du und die Werkstatt sich nicht vorstellen können oder wollen, muss geprüft werden. Denn wäre es eine der vorstellbaren Ursachen, würden die Reparaturen längst etwas gebracht haben...😅